2005 März

PETRA WINTERKAMP

ROTE PIGMENTE

5. März – 28. Mai 2005
Die Galerie Rieder, die Petra Winterkamp seit 12 Jahren vertritt, zeigt in ihrer neuen Ausstellung vorrangig rote Bilder.
Zeichen,Chiffren und Textfragmente, frei von entschlüsselnder Lesbarkeit, charakterisieren die Malerei von Petra Winterkamp. Gesteigert wird die Wirkung ihrer “Schriftbilder” durch die kompromisslose Verwendung reiner roter Pigmente.
Rot, die Farbe der Farben, in vielen Sprachen als Bezeichnung
für Farbe schlechthin, hat höchste suggestive Kraft in ihrer kulturellen und symbolischen Bedeutung. Schon gleich mit dem Beginn der Geschichte der Malerei, nämlich in der Zeit der Fels- und Höhlenmalerei, verwendeten die Menschen rote Farbe. Zaubern und Rotfärben gehören etymologisch zusammen, da diese Farbe Kraft erzeugt wie keine andere.

Kraft wird auch in den neuen Werken von Petra Winterkamp spürbar, denn das Rot wirkt in seiner materiellen und immateriellen Präsenz überwältigend.

Findet der Betrachter anfangs Zinnober, Karmin, Krapp oder Cadmium-Rot einfach “schön”, so kann er entdecken, dass die Farbe auch den Weg zum Metaphysischen öffnet. Für Petra Winterkamp entwickeln sich ihre roten Bilder, wie kaum andere, aus ihrer eigenen Totalität. Am Ende des Malprozesses hören die Bilder auf, ihr vertraut zu sein. Sie schaffen sich selbst und damit einen neuen, kraftvollen Raum.

Kardinalsrot, Königsrot, Richterrot bis zum Rot des Henkers assoziieren Macht über Leben und Tod. Rot übersteigt die Polarität von Finsternis und Licht.

 


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