2007 Mai

GALERIE RIEDER

WOLFGANG G. BÜHLER

Landschaft – silberhelldunkelweit

12. Mai – 27. Juli 2007

 

In seinem 2006 begonnenen Zyklus kleinformatiger Papierarbeiten in Aquarell und Tusche widmet sich von Wolfgang G. Bühler dem Thema Natur und Landschaft.
Eine Auswahl von 80 Blättern stellt die Galerie Rieder unter dem Titel „Landschaft – silberhelldunkelweit“ aus.

Das Werk von Bühler ist durch den Prozess der Metamorphose und die Ausdrucksmöglichkeiten der Farbe bestimmt. Sowohl in seinen Öl- und Acrylbildern als auch in den als eigene gleichberechtigte Werkgruppe konzipierten Papierarbeiten bevorzugt er gedämpfte Nicht-Farben, die er durch den nuancierten Einsatz in einen sinnlich-ästhetischen Dialog treten lässt. Seine Konzentration liegt auf den Oberflächenstrukturen, die durch wiederholte Bearbeitung des gefalteten Kupferdruckpapiers mit Farbe im Wandel begriffene Naturerscheinungen evoziieren.

Bühlers neue, seriellen Charakter tragende „Landschaften“, „Nahtstellen“ und „Panoramen“ bewegen sich zwischen reduzierter Gegenständlichkeit und Abstraktion. In feinsten Abstufungen und Modifizierungen entwickeln sich auf jeder Bildfläche die Horizontale betonende, geradlinige oder in leichten Wellen voneinander abgesetzte, in Lasurentechnik aufgetragene Farbbahnen mit gleichmäßigem Rhythmus und zurückhaltender Dynamik.

Ausgewogene, ruhige Kompositionen korrespondieren durch ihre zarte Polychromie, die auch in den Bildtiteln „Landschaft – silberhelldunkelweit“, „Nahtstelle – erdblaugrau“ und „Landschaft – erdblausilbergrau“ anklingt und die virtuos zurückgenommene Pinselführung miteinander und vollenden sich im Auge des Betrachters: Der Künstler führt ihn an die Grenzen seiner visuellen Wahrnehmung, vergegenständlicht das Unfassbare, sein individuelles Erleben der Welt und sein Verschmelzen mit der Natur, spiegelt den Einklang von Gesetzmäßigkeit und freier Gestaltungsform, von Ratio und Sensibilität wider.

Wolfgang G. Bühler besinnt sich auf eine im 18. Jahrhundert entwickelte Beziehung zwischen dem empfindsamen Menschen und der Natur und die vorherrschende Idealvorstellung von einer Synthese zwischen empirischer Erfassung und subjektiver Phantasievorstellung der Natur.
Er entwirft ein Landschaftsporträt, das von stiller Erhabenheit und unendlich erscheinender Weite, von metaphysischer Transzendenz bestimmt ist. Es ist Ausdrucksträger seiner Kontemplation und Selbstreflexion, ist Utopie.


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