2008 November

GALERIE RIEDER MÜNCHEN

HEINRICH SALZMANN

Magie des Alltäglichen

22. November 2008 – 28. Februar 2009

 

Zum Jahresausklang präsentiert die Galerie Rieder unter dem Titel „Magie des Alltäglichen“ Ölbilder und Papierarbeiten des aus Vorarlberg stammenden Malers Heinrich Salzmann.

Er widmet sich in seinen Werken konventionellen Gegenständen, die – zum Teil überdimensional vergrößert – vor einem monochromen Hintergrund in Szene gesetzt werden: ein Radiogerät, ein Föhn, Buntstifte, Turnschuhe, Streichholzschachteln, ein Bistrotisch mit Kaffeetasse und Wasserglas, ein mit Flaschen, Gläsern, Schwämmen gefüllter Karton.
Vertraute, aus unserer unmittelbaren Umgebung stammende Requisiten – umgeben von einer magischen Aura – , anonyme Figuren (Tänzerin, Ministrant) oder durch die Werbung populäre Personen (Boxer, Cinema) platziert der Künstler als den Bildraum vollumfänglich dominierende Sujets.

Mit außerordentlicher Konzentration, Präzision und Virtuosität stellt Salzmann die in industrieller Massenanfertigung entstandenen Produkte des Alltags dar, veranschaulicht dem Betrachter die Faszination und Macht, die sie auf eine von technologischem „Fortschritt“, Kommerzialisierung und Konsum geprägte Gesellschaft ausüben. Sie werden formal und inhaltlich zu Fetischobjekten stilisiert, welche die Sehnsüchte, Utopien und Ängste des Individuums widerspiegeln.

Heinrich Salzmann knüpft an Tradition und Motivation der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus an, künstlerische Strömungen, die sich zwischen 1920 und 1940 kritisch mit den sozialen, politischen und ökonomischen Verhältnissen und den psychischen Befindlichkeiten der Großstadtmenschen auseinandersetzten.
Gleichsam inspiriert vom fröhlich bunten Kolorit und den aus Alltagskultur und Werbung übernommenen Motiven der sich Anfang der 1960er Jahren formierenden Popart-Bewegung entwickelt Salzmann in seinen Werken eine autonome künstlerische Bildsprache.


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